Thomas Maul: Wert und Wahn

Erweiterte, durchgesehene Neuausgabe
Herausgegeben von Lukas Sarvari
Taschenbuch
472 Seiten

ISBN 978-3-944503-23-3

Mit Wert und Wahn liegen Thomas Mauls Beiträge zur Marxschen Ökonomiekritik erstmals in einem Band vor, ergänzt um den bisher unveröffentlichten Text Versöhnung ohne Messias, mit dem die 2014 begonnene Trilogie zu ihrem Abschluss findet. Ihr übergreifender Gegenstand ist ein kritisches Verständnis der bürgerlichen Zivilisation in ihrem Verhältnis sowohl zur Regression in die Barbarei von Antisemitismus und Nationalsozialismus als auch zur ›positiven‹ Aufhebung im Kommunismus.

Hielt Horkheimer noch 1968 die Arbeiten der Kritischen Theorie zum Antisemitismus für unabgeschlossen und formulierte als künftige »Aufgabe, herauszufinden, ob nicht all diesen feindlichen Haltungen […] eine bisher unbekannte, tieferliegende, aufs engste mit der Geschichte der Zivilisation verknüpfte Wurzel zugrundeliegt«, so trägt Maul mit Wert und Wahn Gründe dafür zusammen, dass womöglich der ambivalente Charakter des Geldes diese Wurzel sei.

Ausgehend von Adornos bisher nicht hinreichend gewürdigter Entdeckung der Widersprüchlichkeit der Ware Arbeitskraft, unternimmt Thomas Mauls wertkritische Intervention den Versuch, deren Implikationen zu entfalten und konsistent zu Ende zu denken. Dabei gelingt es dem Autor, mit den Mythen und Dogmen sowohl der Traditionsmarxisten als auch der selbsternannten Traditionsüberwinder aufzuräumen, die inzwischen jede egalitäre, unschuldige und kritische Lektüre der Marxschen Originaltexte verstellen.

»Thomas Maul benennt in seinem Buch Wert und Wahn nichts weniger als die zentralen Widersprüche von Marx’ Kritik der politischen Ökonomie. Damit schafft er nicht nur Klarheit über so manche Aporie in den jüngsten Wert-Diskussionen, sondern leistet auch einen Beitrag zum Verständnis des Kapitalverhältnisses als Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft. Eine willkommene Entwirrung der 150-jährigen Rezeption von Marx’ Hauptwerk.«

taz

»Maul formuliert frei von Jargon, argumentiert präzise und rezipiert ohne politische Scheuklappen sowie verinnerlichte Verbotsschranken und greift auf diese Art und Weise gewinnbringend in zentrale, zumeist festgefahrene Diskussionen der Marxdebatte ein, in der seine Abhandlung neue und eigenständige Akzente zu setzen vermag.«

– Hendrik Wallat, Kritiknetz

»Gegen allerlei tatsächlich vorhandene Irrationalität und Ideologie des linken Mainstreams werden [von Thomas Maul] die Ideale und damit Versprechen der sich konstituierenden bürgerlichen Gesellschaft in Anschlag gebracht.«

– Max Unkraut, Lirabelle

»Von Thomas Mauls Festhalten an universaler Befreiung als weltgeschichtlicher Möglichkeit zeugen besonders seine Schriften zur Ökonomiekritik: seine Reihe Wert und Wahn, in der er das Verhältnis zwischen Wertgesetz und Realgeschichte untersucht [und] in der er einen Großteil der marxologischen Sekundärliteratur abräumt.«

– David Schneider, casa|blanca

»Formale Freiheit ist nicht schon Befreiung – aber ohne sie gibt es nur Herrschaft ohne Möglichkeit auf Widerspruch. Ganz treffend formuliert es Thomas Maul in seinen posthum veröffentlichten Beiträgen zur Marxschen Ökonomiekritik.«

– Gruppe Dissens, knack[punkt]news

»[Thomas Mauls] Zuspitzungen entfalten das wachsende Elend, während der Hang zur Erneuerung, zur Reform oder Erweiterung oftmals nur selbst ohnmächtige und bewusstlose Reaktion auf die Ohnmacht ist, die mit diesen Ansätzen versucht wird, zu überwinden.«

– Paulette Gensler, Versorgerin

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